Therapiemethoden
Osteopathie, Klassische Massage, Walking, Rückenschule,
Osteopathie
Bevor ich erkläre, was Osteopathie ist, möchte ich ein paar Worte zur Ausbildung und Anerkennung sagen.
Den Beruf des Osteopathen gibt es in Deutschland nicht als geschützen Beruf. Deshalb werde ich im weiteren Text dieses Wort in "-" setzen.
Demzufolge kann sich leider noch jeder "Osteopath" nennen, wenn er die rechtlichen Folgen, z.B. wegen Irreführung, auf sich nehmen möchte.
Idealerweise lernt man entweder nach dem Abitur 5 Jahre im "Vollzeitstudium" oder mit Vorkenntnissen (Arzt, Heilpraktiker, Physiotherapeut) im berufsbegleitenden Teilzeitstudium. Dazu gehören auch Sezierkurse, pure Anatomie, Biomechanik, Neuroanatomie, Differentialdiagnostik und ähnliche, dem Medizinstudenten bekannte Inhalte.
Und sinnvollerweise kann man sich im Verband der Osteopathen Deutschland e.V. einer freiwilligen Kontrollinstanz unterstellen.
Für Sie als Patienten bedeutet dies, das Sie sich nicht scheuen brauchen, Ihren "Osteopathen" nach seiner Ausbildung zu fragen und bei Unklarheiten den Verband zu kontaktieren.
Was ist nun Osteopathie?
Osteopathie ist ein "Handwerk" zum Erkennen und Behandeln von "Störungen an Gelenken, Muskeln und Inneren Organen.
Unser Körper stimmt alle lebensnotwendigen Funktionen in ständiger Bewegung aufeinander ab.
Ein Großteil dieser "Mobilität" (Beweglichkeit) ist uns selten bewusst. Dazu zählen der pulsierende Blutstrom, die rhythmische Atembewegung, die unwillkürliche Arbeit unserer Verdauungsorgane, die Strömung der Körperflüssigkeiten und die Bewegungen der Muskulatur, Sehnen, Gelenke und des Bindegewebes.
Wird diese Beweglichkeit eingeschränkt, beeinflusst das die Funktion. Ist die Funktion gestört, zeigt sie sich in einer veränderten Beweglichkeit. Mit anderen Worten: Ändert sich eines, passt sich alles andere an.
Nicht immer signalisiert uns der Körper Störung durch Schmerzen oder andere Beschwerden. Unser Organismus ist sehr anpassungsfähig und kann viele "Störungen", wie Fehlhaltungen, stressbedingte Verspannungen oder Verletzungen, lange Zeit kompensieren.
Dabei wird die eingeschränkte Funktion von anderen Strukturen übernommen.
So "verlagern" sich Funktionsstörungen und wirken sich auf andere Bereiche des Körpers aus.
Früher oder später kommt ein Moment, in dem der Körper nicht mehr kompensieren kann und es genügt ein kleiner physischer oder psychischer Einfluss, um unverhältnismäßig starke Reaktionen hervorzurufen.
Diese können dann an einer ganz anderen Stelle des Körpers auftreten. So kann beispielsweise ein Luftzug oder eine ungeschickte Bewegung einen Hexenschuss provozieren.
Oft liegt also die "Lösung" für Beschwerden nicht dort, wo wir Schmerzen empfinden. Spätestens hier setzt die Aufgabe des "Osteopathen" an.
Indem er versucht, mit seinen Händen die Bewegungseinschränkungen zu lösen, hilft er dem Körper, Funktionsstörungen zu beheben.
Der "Osteopath" leistet damit Hilfe zur Selbsthilfe. Durch die wiederhergestellte Bewegung unterstützt er die Selbstregulation, die zur normalen Funktion zurückverhilft.
Durch seine genauen Kenntnisse der Anatomie und Physiologie dringt der "Osteopath" dabei von den Symptomen zu den Ursachen der Beschwerden vor und ordnet jede Störung und deren Behandlung in die Bewegungszusammenhänge des gesamten Organismus ein.
Die Osteopathie basiert auf folgenden Prizipien
- Den Menschen als Ganzes zu sehen, nicht nur die einzelnen Symptome.
- Zusammenhang von Ursache und Wirkung. Die Struktur beeinflusst die Funktion und umgekehrt.
- Dem Körper zu ermöglichen, selber mit der Erkrankung zu arbeiten. Selbstregulation.
- Die Durchblutung, auch in kleinsten Gefäßen positiv zu beeinflussen, ohne freien Fluss keine Gesundheit, egal ob Blut, Lymphflüssigkeit oder Energie, denn Leben ist Bewegung.
Zu einer solchen osteopathischen Behandlung gehört immer eine ausführliche Befragung und eine eingehende Untersuchung.
Geschulte Finger ertasten die Gebiete, in denen zu wenig oder zu viel Bewegung stattfindet, suchen nach Unterschieden in der Verschieblichkeit von Gewebe und behandeln diese.
Unsere heutige Osteopathie besteht aus drei Teilgebieten:
Parietale Osteopathie:
Behandelt das System der Muskeln und Gelenke und Bindegewebe, ähnlich wie die etwas bekanntere Manuelle Therapie.
Man wirkt gezielt auf Ursachen ein. Nicht jeder Wirbel muss eingerenkt werden, eventuell steht er schief als Ausdruck eines Ungleichgewichtes an ganz anderer Stelle des Körpers. Und das gilt es zu finden.
Es muss also sorgfältig erwogen werden wann man wo und wie „einrenkt“.
Über gezieltes „manipulieren“ von Wirbeln kann man auch innere Organe positiv beeinflussen. Zum Beispiel, kann man die Durchblutung des Magens verbessern, in dem man die dazu gehörigen Wirbel "manipuliert" und das vegetative Nervensystem dann den Magen wieder besser versorgen kann.
Viscerale Osteopathie:
Hiermit behandelt man die inneren Organe direkt. Z.B. kann eventuell eine Bauchspeicheldrüse in manchen Fällen wieder angeregt werden, besser zu arbeiten. Man kann dafür sorgen, das sie sich wieder frei bewegen kann, und dadurch besser durchblutet wird und damit die Arbeit der Ärzte und Medikamente sehr gut unterstützen.
Eine Infektion kann sich erfolgreich dort einnisten, wo die Beweglichkeit und Durchblutung des Gewebes durch Narben, Fehlhaltung, oder Unfälle herabgesetzt ist. Der Körper schafft es in dem Fall nicht die wichtigsten Stoffe unseres Immunsystems ran zu transportieren und Abfallprodukte weg zu transportieren. Das gleiche gilt für die Nieren und besonders auch für die Blase.
Cranio-sacrale Osteopathie
Ist wohl das bekannteste Teilgebiet.
Cranium ist der Schädel und Sacrum ist das Kreuzbein. Dazwischen liegt das lebenswichtige System des Gehirns und Rückenmarks mit seinen Häuten und der Gehirnflüssigkeit.
Diese Gehirnflüssigkeit heißt Liquor und vermittelt den Craniosacralen Rhythmus, über den man diagnostizieren und behandeln kann.
Die Geschichte der Osteopathie
Der amerikanische Arzt Andrew Taylor Still (1828 – 1917) begründete vor über 120 Jahren die Osteopathie.
Andrew Taylor Still hat als Arzt und Geistlicher eine unvergleichliche Mischung aus Heilen (aus dem Begriff Mesmeriseur/Heiler abgeleitet) und Einrenken zusammengefügt.
Sein persönliches Schicksal hat viel zu dieser Entwicklung beigetragen. Er verlor 3 Kinder und seine erste Frau an schweren Krankheiten. Trotz alledem kam er immer wieder zu dem Schluss, dass Gottes Schöpfung perfekt ist.
Immer wieder aufs Neue studierte er die anatomischem Strukturen und die Physiologie, denn er war sich sicher, das diese Strukturen die Funktion beeinflussen und anders herum. Er reagierte damit auf den Mangel an Kenntnissen der damaligen Schulmedizin.
Still suchte nach einem neuen Verständnis von Gesundheit, von Krankheit, vom menschlichen Körper und von dem, was Medizin sein sollte.
Er hatte aus dem amerikanischen Bürgerkrieg chirurgische Erfahrung und war zusätzlich einerseits ein klassischer Chiropraktiker, andererseits konnte er sanft "heilen" (Bezug s.o.), in dem er die Hände auflegte. Er schaffte es diese beiden oberflächlich betrachteten Gegensätze zu vereinen und nannte es Osteopathie.
Seit Stills Zeit hat sich die Osteopathie rasant weiterentwickelt und ist um wesentliche Bereiche ergänzt worden. Anfang des Jahrhunderts erreichte die Osteopathie England, in den fünfziger Jahren gelangte sie nach Frankreich.
Inzwischen gehört die Osteopathie in den USA, Neuseeland, Australien und in einigen europäischen Ländern, insbesondere England, Belgien und Frankreich, Schweden, Norwegen, Schweiz, zu den bewährten und allgemein anerkannten Formen der Medizin.
Osteopathie in Deutschland
Seit Ende der achtziger Jahre wurden in Deutschland verschiedene Schulen gegründet, die Ärzte, Heilpraktiker und Physiotherapeuten zu Osteopathen ausbilden. Seit 1998 wird die Ausbildung auch im Vollzeitstudium Abiturienten angeboten. Die im Verband der Osteopathen Deutschlands e.V. (VOD) vereinigten Schulen gewährleisten eine qualitativ hochwertige Ausbildung. Dadurch verbessern sich auch für Sie die Chancen, in Deutschland qualifizierte osteopathische Therapeuten zu finden.
Adressen, der in Ihrer Region praktizierenden Therapeuten, können Sie entweder über den VOD oder über die im VOD vereinigten Schulen erfahren.
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Klassische Massage
Wohl am bekanntesten. Aus allen Methoden, die ich gelernt habe und allen Erfahrungen die ich gesammelt habe, entwickelte sich eine mir ganz eigene Massagetechnik innerhalb der klassischen Massage.
Jeder massiert anders, vielleicht werden Sie ja gerade mit meiner Art der Massage glücklich.
Über die mechanische Einwirkung sollen Muskeln gelockert werden, die Durchblutung dieser Muskeln verbessert werden und Stoffwechselprodukte abtransportiert werden.
Massage kann bei vielen Symptomen helfen: Verspannungen, Fehlhaltungen, nach alten Verletzungen oder einfach nur zum Entspannen.
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Therapeutisches Walking
Diese Art des Walkings dürfte noch am wenigsten bekannt sein. Sie stammt aus dem Therapiekonzept nach Dr.Brügger und soll helfen beim Ausdauertraining, neben der Fettverbrennung, gleichzeitig gezielt Muskel- und Gelenkblockaden zu lösen, sich sozusagen gesund zu gehen!
Man hält hierbei die Arme nicht steif angewinkelt, sondern lässt sie frei mitschwingen. Der ganze Körper richtet sich zu einer aufrechten Haltung auf, bis man mit automatisch größeren Schritten frei und locker geht.
Dabei löse ich gezielt, durch genaue Anleitung, alle Muskeln vom Fuß bis zur Halswirbelsäule.
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Rückenschule www.bruegger-therapie.de
Meine bevorzugte Form der Rückenschule ist auch noch recht wenig bekannt und stammt auch aus der Brüggertherapie.
Entweder in der Einzelbehandlung oder in 12 Gruppenterminen lernt man mit einfachen Hilfsmitteln (Besenstiel, Tennisball, Wärmflasche) Muskeln zu lockern und zu entspannen.
Zusätzlich übt man gezieltes Dehnen verkürzter Muskulatur und übt darauf aufbauend in neues Bewegungsverhalten ein und kräftigt gezielt seine Muskeln. Das neue Bewegungsverhalten wird dann über spezielle Übungen in den Alltag integriert.
Für die Gruppentermine von 12 mal ist eine Beteiligung Ihrer Krankenkasse möglich. Diese muss beantragt werden.
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